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Trello vs. Asana vs. Notion für kleine Teams

18. Februar 2025 · 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Trello ist am schnellsten startklar, Asana stärker bei Prozessen und Notion am flexibelsten, für Zwei-Personen-Teams gewinnt fast immer das simpelste Tool.

Inhalt
  1. Die drei Tools in je einem Satz
  2. Was für 2 bis 10 Personen wirklich zählt
  3. Trello: Kanban ohne Lernkurve
  4. Asana: Struktur für wiederkehrende Prozesse
  5. Notion: Wiki, Aufgaben und Doku in einem
  6. Kosten und kostenlose Tarife
  7. DSGVO und EU-Alternativen
  8. Entscheidungshilfe nach Arbeitsweise

Drei offene Tabs, eine leere Trello-Tafel, ein frisches Asana-Konto und eine halb angefangene Notion-Seite, und die eigentliche Arbeit steckt trotzdem noch in WhatsApp, im E-Mail-Postfach und im Kopf. So sieht Toolauswahl in kleinen Firmen oft aus. Das größte Risiko ist dabei selten, dass Sie das „falsche“ Tool wählen. Es ist, dass Sie eines wählen, das nach drei Wochen niemand mehr öffnet. Wer als Projektmanagement-Tool für kleine Unternehmen sucht, braucht deshalb nicht die längste Funktionsliste, sondern das einfachste Setup, das das Team im Alltag durchhält. Genau darum dreht sich dieser Vergleich.

Die drei Tools in je einem Satz

Trello ist eine digitale Kartentafel nach dem Kanban-Prinzip, bei der Sie Aufgaben als Karten von Spalte zu Spalte schieben. Asana ist eine Aufgaben- und Projektverwaltung mit mehr Struktur, also Listen, Zeitplänen, Vorlagen und Abhängigkeiten zwischen Aufgaben. Notion ist ein flexibler Baukasten, in dem Dokumente, Wissenssammlung und Aufgaben in einem Werkzeug zusammenlaufen.

Was für 2 bis 10 Personen wirklich zählt

In einem kleinen Team gibt es keine Projektmanager, die das Tool pflegen, und keine IT-Abteilung, die es einführt. Entscheidend ist deshalb nicht die theoretische Leistungsfähigkeit, sondern die Alltagstauglichkeit. Ein Werkzeug, das alles kann, aber täglich Disziplin verlangt, verliert gegen ein simpleres, das alle von selbst benutzen.

Bevor Sie sich für eines der drei entscheiden, prüfen Sie ehrlich diese Punkte:

  • Tägliche Nutzung: Öffnet es wirklich jeder morgens, oder nur die eine Kollegin, die es eingeführt hat?
  • Einrichtungsaufwand: Sind Sie in einer halben Stunde produktiv oder verbringen Sie ein Wochenende mit dem Aufbau?
  • Mobil: Funktioniert die App unterwegs, etwa auf der Baustelle oder beim Kunden?
  • Berechtigungen: Können Externe eingeladen werden, ohne Ihre internen Notizen zu sehen?
  • Ausstieg: Kommen Sie später wieder an Ihre Daten heran, wenn Sie wechseln wollen?

Wer diese Fragen beantwortet, merkt schnell: Für die meisten kleinen Teams ist Einfachheit kein Kompromiss, sondern der eigentliche Vorteil.

Trello: Kanban ohne Lernkurve

Trello ist das Tool, das Sie einem Team ohne Schulung in die Hand drücken können. Sie legen eine Tafel an, erstellen die Spalten „Zu tun“, „In Arbeit“ und „Erledigt“ und ziehen Karten hinüber, sobald sich der Stand ändert. Das Prinzip versteht jeder in fünf Minuten, weil es einer physischen Pinnwand nachempfunden ist.

Stark ist Trello überall dort, wo ein sichtbarer Fluss reicht: Redaktionsplanung, ein einfaches Vertriebs-Board, die Content-Freigabe einer Agentur oder eine gemeinsame Aufgabenliste im Handwerksbetrieb. Karten nehmen Checklisten, Fälligkeiten, Anhänge und Kommentare auf, das deckt den Großteil der täglichen Koordination ab.

Die Grenze zeigt sich, sobald mehrere Projekte parallel laufen und Sie eine Aufgabe in verschiedenen Ansichten sehen möchten, etwa als Liste, als Zeitplan und als Board zugleich. Trello bleibt im Kern eine Tafel. Wiederkehrende Prozesse mit vielen Zwischenschritten lassen sich damit abbilden, werden aber schnell unübersichtlich. Für ein Zwei- bis Fünf-Personen-Team, das vor allem den Überblick behalten will, ist genau diese Schlichtheit der richtige Kompromiss.

Asana: Struktur für wiederkehrende Prozesse

Asana setzt an, wo Trello an Grenzen kommt. Der große Unterschied ist, dass Sie dieselbe Aufgabe wahlweise als Liste, Board, Zeitplan oder Kalender betrachten und Aufgaben Abhängigkeiten geben können, also festlegen, dass Schritt B erst nach Schritt A startet.

Das lohnt sich, sobald Sie Abläufe haben, die sich wiederholen. Ein Onboarding neuer Kunden, eine monatliche Abrechnungsrunde, die Vorbereitung einer Veranstaltung: Solche Prozesse legen Sie einmal als Vorlage an und starten sie mit einem Klick neu, samt allen Teilaufgaben und Verantwortlichen. Für ein Team, das immer wieder dieselben Schritte in derselben Reihenfolge geht, spart das spürbar Kopfarbeit.

Der Preis dafür ist Aufwand am Anfang und eine flachere, aber vorhandene Lernkurve. Asana entfaltet seinen Nutzen erst, wenn jemand die Projekte sauber aufsetzt und das Team die Aufgaben tatsächlich pflegt. Bleibt diese Pflege aus, haben Sie ein leeres, teureres Trello. Wichtig auch: Asana ist ein Aufgabentool, keine Zeiterfassung. Wer erfasste Stunden für die Abrechnung braucht, koppelt es mit einer eigenen Lösung, dazu hilft unser Überblick zur Zeiterfassung in kleinen Unternehmen.

Notion: Wiki, Aufgaben und Doku in einem

Notion ist der Alleskönner unter den dreien. Es beginnt als leere Seite und wird zu dem, was Sie daraus bauen: eine Wissenssammlung mit Anleitungen und Prozessen, eine Aufgabendatenbank, ein einfaches CRM, eine Meetingnotiz oder alles gemeinsam, verknüpft in einem Arbeitsbereich. Für kleine Teams, die ihr Wissen bisher über Ordner, Chats und Köpfe verstreut haben, ist das ein echter Gewinn.

Diese Flexibilität ist zugleich das Risiko. Notion gibt Ihnen keine fertige Struktur vor, also müssen Sie sie selbst entwerfen. Das führt in der Praxis oft dazu, dass eine Person tagelang eine perfekte Vorlage baut, die danach kaum jemand konsequent nutzt. Reine Aufgabenverwaltung ist in Notion außerdem etwas umständlicher als in Trello oder Asana, weil Sie sich die Ansichten selbst zusammenstecken.

Der ehrliche Rat: Nehmen Sie Notion, wenn Ihr Hauptproblem verstreutes Wissen und fehlende Dokumentation ist, und starten Sie mit einer schlanken Vorlage statt mit dem großen Wurf. Wollen Sie eigentlich nur Aufgaben verteilen, sind die anderen beiden schneller am Ziel.

Kosten und kostenlose Tarife

Alle drei bieten einen kostenlosen Einstiegstarif, der für kleine Teams oft überraschend weit trägt. Zahlpflichtig wird es meist erst bei mehr Nutzern, mehr Automatisierung oder feineren Rechten. Die bezahlten Team-Tarife liegen grob im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Person und Monat. Die genauen Zahlen ändern sich regelmäßig, prüfen Sie sie vor der Entscheidung direkt beim Anbieter.

ToolKostenloser TarifWird kostenpflichtig, wennPreisseite
TrelloFür kleine Teams meist ausreichendSie mehr Automatisierung und größere Tafeln brauchentrello.com/pricing
AsanaFür einige Nutzer nutzbarZeitplan, Vorlagen und größere Teams gefragt sindasana.com/pricing
NotionFür kleine Teams gut nutzbarMehr Nutzer, Rechte und Versionsverlauf nötig werdennotion.so/pricing

Kalkulieren Sie ehrlich mit der voraussichtlichen Teamgröße in einem Jahr, nicht mit den heutigen zwei Personen. Ein Tool, das im kostenlosen Tarif startet, aber beim ersten neuen Mitarbeiter teuer wird, ist unterm Strich nicht immer die günstigste Wahl.

DSGVO und EU-Alternativen

Trello (Atlassian), Asana und Notion sind US-Anbieter. Für den Einsatz in Deutschland brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag, den alle drei bereitstellen, und Sie sollten wissen, dass Daten in der Regel auch außerhalb der EU verarbeitet werden können. Wo genau Ihre Daten liegen und welche Zusagen der Anbieter macht, steht in dessen Datenschutzunterlagen, das gehört vor der Einführung geprüft.

Wer strengere Anforderungen hat oder Hosting in Deutschland bevorzugt, findet ernsthafte europäische Alternativen. MeisterTask und awork kommen aus dem deutschsprachigen Raum, Stackfield und factro werben mit Hosting in Deutschland, und OpenProject ist eine Open-Source-Lösung, die Sie sogar selbst betreiben können. Funktions- und Preisdetails unterscheiden sich, schauen Sie direkt auf die jeweilige Anbieterseite, bevor Sie sich festlegen.

Entscheidungshilfe nach Arbeitsweise

Statt nach der längsten Funktionsliste zu gehen, ordnen Sie sich Ihrer tatsächlichen Arbeitsweise zu:

  • Sie wollen einfach nur den Überblick, wer was macht: Trello. Kein Aufbau, keine Schulung, sofort einsatzbereit.
  • Sie wiederholen dieselben Abläufe ständig und wollen Vorlagen und Termine: Asana. Der Mehraufwand am Anfang zahlt sich bei Prozessen aus.
  • Ihr eigentliches Problem ist verstreutes Wissen und fehlende Doku: Notion. Aber schlank starten, sonst baut jemand ein Denkmal, das keiner nutzt.
  • Sie sind zu zweit und koordinieren sich ohnehin täglich: Oft reicht der kostenlose Trello-Tarif oder eine geteilte Liste. Bei sehr kleinen Teams gewinnt fast immer das simpelste Werkzeug.

Zwei Abgrenzungen zum Schluss. Verwalten Sie Ihren Vertrieb nicht dauerhaft in einem Aufgabentool, dafür gibt es passendere Werkzeuge, siehe unseren CRM-Vergleich für kleine Unternehmen. Und bevor Sie überhaupt neue Software einführen, fragen Sie sich, ob eine geteilte Tabelle für den Moment genügt. Wie diese Rechnung ausfällt, zeigt unser Beitrag CRM oder Excel: Manchmal ist die ehrlichste Empfehlung, erst einmal keine neue App zu kaufen, sondern das bestehende Werkzeug konsequent zu nutzen.

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vicube ist unabhängig und erhält für Empfehlungen kein Geld. Preise und Funktionen können sich ändern, prüfen Sie vor dem Kauf die Anbieterseite.


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