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Microsoft 365 vs. Google Workspace im Vergleich

15. April 2025 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Microsoft 365 gewinnt bei Office-Dokumenten und Gewohnheit, Google Workspace bei einfacher Zusammenarbeit im Browser, für die meisten kleinen Teams entscheidet der bestehende Workflow.

Inhalt
  1. Microsoft 365 vs. Google Workspace: das Kurzurteil
  2. Preise pro Nutzer im Klartext
  3. E-Mail, Kalender und eigene Domain
  4. Dokumente und Zusammenarbeit im Alltag
  5. Cloud-Speicher und Dateifreigabe
  6. Datenschutz und die US-Cloud-Frage
  7. Wechsel und Datenübernahme

Zwei Namen tauchen bei fast jeder Büro-Ausstattung für kleine Teams auf: Microsoft 365 und Google Workspace. Beide liefern E-Mail mit eigener Domain, Textverarbeitung, Tabellen, Kalender und Cloud-Speicher aus einem Abo. Die Werbung beider Anbieter klingt fast austauschbar. Den Ausschlag geben am Ende drei nüchterne Fragen: Wie arbeitet Ihr Team heute schon, was kostet der Spaß pro Kopf, und wie viel Umstellung verkraften alle Beteiligten?

Dieser Vergleich ist für Betriebe von einer bis etwa zehn Personen gedacht. Er verzichtet auf Feature-Listen mit hundert Häkchen und schaut auf das, was im Alltag wirklich zählt.

Microsoft 365 vs. Google Workspace: das Kurzurteil

Ist Ihr Team mit Word, Excel und PowerPoint großgeworden und tauscht Dokumente mit Kunden oder dem Steuerberater aus, fahren Sie mit Microsoft 365 ruhiger. Die Desktop-Programme sind der faktische Standard, und Formatierungen überstehen das Hin und Her meist ohne Verrutschen.

Google Workspace spielt seine Stärke aus, wenn mehrere Leute gleichzeitig im selben Dokument schreiben, viel im Browser erledigen und keine komplexen Excel-Modelle oder aufwendigen Layouts brauchen. Die gemeinsame Bearbeitung fühlt sich von Haus aus flüssiger an, und die Einarbeitung ist meist kürzer.

Für die meisten kleinen Betriebe entscheidet nicht das objektiv bessere Produkt, sondern der bestehende Workflow. Wer schon halb in einem Ökosystem steckt, etwa weil das Buchhaltungsprogramm Excel-Dateien ausspuckt oder alle privat Gmail gewohnt sind, sollte diesen Faden in der Regel weiterspinnen.

Preise pro Nutzer im Klartext

Beide Anbieter rechnen pro Nutzer und Monat ab, bei Jahresbindung meist etwas günstiger als bei monatlicher Kündbarkeit. Die Einstiegstarife liegen grob im Bereich von rund 5 bis 7 Euro pro Person, die mittleren Tarife bei etwa 12 bis 14 Euro. Genaue Beträge ändern sich regelmäßig (Microsoft und Google haben zuletzt beide erhöht), deshalb hier die Logik statt fester Zahlen:

Was Sie brauchenMicrosoft 365Google Workspace
Nur Web-Apps und E-Mail, günstigBusiness BasicBusiness Starter
Installierte Desktop-ProgrammeBusiness Standard(immer Browser, Desktop nur begrenzt)
Mehr Verwaltung oder SpeicherBusiness PremiumBusiness Standard oder Plus

Der häufigste Kostenirrtum steckt beim Einstiegstarif von Microsoft: Business Basic enthält nur die Web- und Handy-Versionen von Office, keine installierten Programme. Wer Word und Excel klassisch auf dem Rechner installiert haben will, braucht mindestens Business Standard. Google ist auf jeder Stufe browserbasiert, dieser Sprung entfällt dort. Auch bei den höheren Stufen unterscheiden sich die beiden Logiken: Microsofts Business Premium bringt vor allem Geräteverwaltung (Intune) und zusätzliche Sicherheit, nicht mehr Grundspeicher, während bei Google mit Standard und Plus tatsächlich der Speicher pro Nutzer wächst.

Ehrlich gesagt: Wenn Sie allein arbeiten und nur ab und zu ein Dokument brauchen, reicht oft die kostenlose Web-Version von Office oder ein privates Google-Konto plus ein günstiger E-Mail-Anbieter für Ihre Domain. Ein volles Suiten-Abo lohnt sich erst, wenn mehrere Personen geteilte Postfächer, Kalender und Ordner brauchen.

E-Mail, Kalender und eigene Domain

Beide Dienste geben Ihnen professionelle Adressen der Form name@ihre-firma.de. Die Einrichtung läuft in beiden Fällen ähnlich: Sie hinterlegen bei Ihrem Domain- oder DNS-Anbieter die vorgegebenen MX-Einträge, danach fließt die Post ins neue Postfach. Microsoft nutzt dafür Exchange Online mit Outlook, Google die vertraute Gmail-Oberfläche. Kalender und Kontakte teilen und auf dem Handy synchronisieren funktioniert bei beiden zuverlässig.

Auch hier lohnt der ehrliche Blick: Brauchen Sie ausschließlich E-Mail mit eigener Domain und einen geteilten Kalender, ist eine komplette Suite überdimensioniert. Spezialisierte Anbieter wie Mailbox.org bieten Domain-Postfächer schon für wenige Euro im Monat, und viele Webhoster liefern Postfächer im Paket mit ihrem Hosting. Die Suiten punkten erst, wenn geteilte Ablage, Dokumente und Team-Verwaltung dazukommen.

Dokumente und Zusammenarbeit im Alltag

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Word, Excel und PowerPoint stehen den Web-Programmen Google Docs, Sheets und Slides gegenüber. Google öffnet und bearbeitet zwar .docx- und .xlsx-Dateien, doch bei komplexen Formatierungen, verschachtelten Pivot-Tabellen oder Makros geht dabei regelmäßig etwas kaputt. Für rechenintensive Tabellen, aufwendige Angebote oder Layouts bleibt Excel und Word die robustere Wahl.

Beim gleichzeitigen Arbeiten hat Google traditionell die Nase vorn, das Echtzeit-Tippen im Browser fühlt sich nahtlos an. Microsoft hat mit der gemeinsamen Bearbeitung im Web und Desktop stark aufgeholt, ist im Zusammenspiel mit lokalen Programmen aber etwas hakeliger.

Ein konkretes Beispiel: Wenn Sie Angebote und Kalkulationen als .docx und .xlsx mit Kunden und Steuerberater hin und her schicken, ersparen Sie sich mit Microsoft 365 böse Format-Überraschungen. Läuft Ihre Zusammenarbeit dagegen fast nur intern und im Browser, spielt Google Workspace seine Stärke aus. Die Koordination von Aufgaben und Projekten jenseits einzelner Dokumente lösen viele Teams ohnehin mit eigenen Werkzeugen, die unabhängig von beiden Suiten laufen, dazu hilft Trello, Asana und Notion im Vergleich bei der Auswahl.

Cloud-Speicher und Dateifreigabe

Zum Speichern gehört bei Microsoft OneDrive für persönliche Dateien und SharePoint für gemeinsame Team-Ablagen. Bei Google übernehmen Google Drive und die geteilten Ablagen („Shared Drives“) diese Rolle. Das Grundprinzip ist gleich: Dateien liegen in der Cloud, Sie vergeben Freigabe-Links und Berechtigungen pro Person oder Gruppe.

Beim Speicherplatz gibt es einen wichtigen Unterschied im Kleingedruckten. Microsoft gibt pro Nutzer üblicherweise reichlich OneDrive-Speicher (in der Größenordnung von einem Terabyte). Bei Google ist der Einstiegstarif Business Starter beim Speicher spürbar knapper bemessen als die höheren Stufen. Die genauen Grenzen ändern sich, prüfen Sie den aktuellen Stand direkt beim Anbieter, bevor Sie große Dateimengen einplanen. Falls Datenablage und DSGVO für Sie im Vordergrund stehen, hilft der Beitrag Cloud-Speicher und DSGVO bei der Einordnung.

Datenschutz und die US-Cloud-Frage

Beide Anbieter sind US-Konzerne (Microsoft und Google beziehungsweise Alphabet). Auch wenn Daten teils in europäischen Rechenzentren liegen, können US-Behörden über den CLOUD Act theoretisch Zugriff verlangen. Das ist der Kern der Debatte, und sie betrifft beide gleichermaßen. Einen klaren Datenschutz-Sieger gibt es hier nicht.

Rechtlich hat sich die Lage bewegt: Der Europäische Gerichtshof kippte 2020 mit dem Schrems-II-Urteil das damalige Datenschutzabkommen, seit 2023 gibt es mit dem EU-US Data Privacy Framework wieder eine Angemessenheitsentscheidung der EU-Kommission. Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) hatte Microsoft 365 kritisch bewertet, Microsoft widersprach dieser Einschätzung. Verlassen Sie sich nicht auf pauschale Aussagen, sondern auf konkrete Schritte:

  • Schließen Sie den Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) mit dem Anbieter ab, beide stellen ihn bereit.
  • Wählen Sie, wo möglich, eine EU-Datenregion (Microsoft bietet dafür die EU Data Boundary).
  • Halten Sie die Verarbeitung in Ihrem Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten fest.
  • Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Konten.

Wenn Datensparsamkeit für Sie oberste Priorität hat, kann ein europäischer Anbieter die passendere Wahl sein, das ist aber eine andere Produktklasse mit weniger Funktionsumfang. Für Videokonferenzen gelten ähnliche Abwägungen, dazu finden Sie mehr im Beitrag Videokonferenz-Tools und DSGVO.

Wechsel und Datenübernahme

Der Umzug ist bei einer Handvoll Postfächer machbar, oft an einem halben bis ganzen Arbeitstag, wenn die Daten aufgeräumt sind. Beide Anbieter stellen Werkzeuge bereit, um E-Mails, Kontakte und Kalender aus dem alten System zu übernehmen. So gehen Sie strukturiert vor:

  1. Zugang zu Domain und DNS bereithalten, ohne diesen läuft nichts.
  2. Nutzer und Postfächer im neuen Dienst anlegen.
  3. Alte E-Mails, Kontakte und Kalender importieren (per IMAP-Migration oder Anbieter-Tool).
  4. Vorhandene Dateien in die neue Cloud hochladen und Freigaben neu setzen.
  5. MX-Einträge umstellen und ein kurzes Zeitfenster mit doppelter Zustellung einplanen.
  6. Das alte Postfach erst nach einer Kontrollzeit von ein bis zwei Wochen abschalten.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Ein späterer Wechsel zwischen beiden Welten ist mühsamer als die erste Einrichtung, weil Dateiformate und Gewohnheiten daran hängen. Treffen Sie die Entscheidung also mit Bedacht. Und wenn Sie allein arbeiten und nur zuverlässige E-Mail mit Ihrer Domain brauchen, ist manchmal die ehrlichste Antwort, dass Sie gar keine neue Suite anschaffen müssen.

Die aktuellen Tarife und Funktionen prüfen Sie am besten direkt bei den Anbietern: Microsoft 365 Business und Google Workspace.

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