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Homepage-Baukasten-Vergleich: Wix, Jimdo & Co.

19. August 2025 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Für eine einfache Firmenseite ist ein Baukasten schneller und günstiger als WordPress, entscheidend sind Bedienbarkeit, faire Verträge und dass Sie Ihre Inhalte jederzeit exportieren können.

Inhalt
  1. Baukasten oder WordPress: was passt
  2. Die bekannten Baukästen im Kurzcheck
  3. Bedienung und Design in der Praxis
  4. Kosten, Verträge und versteckte Fallen
  5. Eigene Domain und geschäftliche E-Mail
  6. Rechtssicherheit: Impressum und Datenschutz
  7. Lock-in: Kommen Sie wieder raus?

Sie wollen eine schlichte Firmenseite: Startseite, Leistungen, Kontakt, vielleicht ein paar Referenzen. Reicht dafür ein Baukasten wie Wix, oder brauchen Sie gleich WordPress? Für die meisten kleinen Betriebe genügt ein Baukasten, vorausgesetzt, Sie achten beim Kauf auf die richtigen Dinge. Dieser Beitrag vergleicht die bekannten Anbieter aus der Praxis und zeigt, wo die Fallen liegen, vor allem bei Verträgen und beim späteren Umzug Ihrer Inhalte.

Baukasten oder WordPress: was passt

Ein Homepage-Baukasten liefert alles aus einer Hand: Sie mieten Software, Hosting und Vorlagen im Paket und bauen die Seite visuell zusammen, ohne Code. Um Updates, Sicherheit und Server kümmert sich der Anbieter. Der Preis dafür ist weniger Freiheit und eine Bindung an genau diesen Anbieter.

WordPress in der selbst gehosteten Variante (die Software von WordPress.org, nicht der gehostete Dienst wordpress.com) ist das Gegenmodell: Sie mieten nur Webspace, installieren eine freie Software und wählen aus tausenden Designs und Erweiterungen. Das ist mächtig und offen, verlangt aber laufende Pflege. Wer Updates monatelang liegen lässt, handelt sich Sicherheitslücken ein.

Grobe Faustregel: Eine überschaubare Visitenkarten-Seite mit ein paar Unterseiten und einem Kontaktformular ist im Baukasten in wenigen Tagen fertig. Sobald ein größerer Blog, ein echter Onlineshop oder sehr spezielle Funktionen dazukommen und Sie jemanden haben, der das pflegt, spielt WordPress seine Stärken aus.

Die bekannten Baukästen im Kurzcheck

Vier Namen begegnen kleinen Unternehmen am häufigsten. Die Einschätzungen beruhen auf allgemein bekannten Merkmalen, die genauen Tarife prüfen Sie bitte aktuell beim Anbieter.

AnbieterStärkeSchwäche
WixRiesige Vorlagenauswahl, sehr flexibler Editor, kostenloser EinstiegDesign lässt sich später kaum in ein anderes System exportieren
JimdoEinfach, deutscher Anbieter, schneller KI-gestützter AufbauWeniger gestalterische Freiheit, kleinerer Funktionsumfang
IONOS MyWebsiteDomain, Hosting und E-Mail aus einer Hand, deutscher SupportGünstige Aktionspreise steigen oft nach dem ersten Jahr deutlich
SquarespaceSehr hochwertige Designs, gut für Fotografen und GastroKeine kostenlose Dauerversion, Bedienung teils englisch geprägt

Daneben gibt es weitere seriöse Anbieter wie GoDaddy oder, für gestalterisch anspruchsvolle Projekte, Webflow. Für den typischen Handwerksbetrieb, die Praxis oder das Beratungsbüro decken die vier oben genannten die üblichen Bedürfnisse ab.

Bedienung und Design in der Praxis

Alle Baukästen arbeiten nach dem Baustein-Prinzip: Sie wählen eine Vorlage und füllen vorgefertigte Blöcke mit Text und Bildern. Wix erlaubt das freieste Verschieben von Elementen, was Anfänger anfangs überfordern kann. Jimdo und Squarespace führen stärker, dafür sitzt das Ergebnis schneller ordentlich.

Viele Anbieter werben mit KI-Assistenten, die Sie ein paar Fragen beantworten lassen und daraus eine fertige Seite bauen. Das ist ein brauchbarer Startpunkt, ersetzt aber nicht Ihre eigenen Texte. Der wichtigste Praxis-Tipp: Testen Sie zwei Anbieter mit dem kostenlosen Zugang eine Stunde lang, bevor Sie zahlen. Prüfen Sie dabei besonders die Ansicht auf dem Smartphone, denn der größte Teil Ihrer Besucher kommt über das Handy.

Rechnen Sie unabhängig vom Werkzeug mit ein bis zwei Tagen echter Arbeit für Texte, Bilder und Struktur. Das Aufbauen ist selten das Problem, das Formulieren und Sortieren der Inhalte schon.

Kosten, Verträge und versteckte Fallen

Kostenlose Tarife gibt es bei Wix, Jimdo und einigen anderen, allerdings mit Werbung des Anbieters und einer Adresse wie ihrname.wixsite.com. Für einen geschäftlichen Auftritt ist das keine gute Visitenkarte, dafür eignet sich der Gratistarif zum Ausprobieren.

Bezahltarife für eine kleine Firmenseite liegen meist im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Monat. Achten Sie dabei auf drei Dinge:

  • Abrechnung im Jahresvoraus. Der beworbene Monatspreis gilt oft nur bei jährlicher Zahlung. Monatlich kündbar wird es spürbar teurer.
  • Aktionspreise fürs erste Jahr. Gerade beim Bündel aus Domain, Hosting und Baukasten ist der Einstieg günstig, ab dem zweiten Jahr steigt der reguläre Preis. Suchen Sie in der Preistabelle nach dem Verlängerungspreis.
  • Automatische Verlängerung und Fristen. Die meisten Verträge verlängern sich automatisch. Notieren Sie sich Laufzeit und Kündigungsfrist, sonst zahlen Sie ungewollt ein weiteres Jahr.

Eine ehrliche Rechnung schließt die Domain und ein E-Mail-Postfach mit ein. Manche Pakete enthalten beides im ersten Jahr, danach kommen Gebühren dazu.

Eigene Domain und geschäftliche E-Mail

Eine eigene Domain in der Form ihrefirma.de ist Pflicht, sobald Sie professionell wirken wollen. Fast jeder Baukasten registriert sie für Sie mit, oft im ersten Jahr kostenlos. Wichtig ist, dass die Domain rechtlich Ihnen gehört und dass Sie sie später zu einem anderen Anbieter umziehen können. Fragen Sie im Zweifel beim Support nach, ob ein sogenannter Auth-Code für den Umzug herausgegeben wird.

Für die geschäftliche E-Mail-Adresse (kontakt@ihrefirma.de) haben Sie zwei Wege. Entweder nutzen Sie das Postfach, das im Baukasten-Paket steckt, oder Sie buchen die E-Mail separat, etwa über Google Workspace oder Microsoft 365. Der separate Weg kostet mehr, entkoppelt Ihre Kommunikation aber von der Website. Wenn Sie den Baukasten wechseln, bleibt Ihre E-Mail unangetastet. Für viele Einzelunternehmer reicht das Paket-Postfach zu Beginn völlig aus.

Rechtssicherheit: Impressum und Datenschutz

Jede geschäftlich genutzte Website in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, das ist gesetzlich vorgeschrieben und wird auch abgemahnt. Die Baukästen liefern dafür Vorlagen oder Generatoren, die Verantwortung für die Richtigkeit bleibt aber bei Ihnen.

Heikel sind die eingebundenen Dienste. Ein Kontaktformular, eine Karte, ein eingebettetes Video oder extern geladene Schriften verarbeiten Daten Ihrer Besucher. Sobald solche Dienste außerhalb der EU laufen, müssen Sie darüber in der Datenschutzerklärung informieren und häufig vorab die Einwilligung per Cookie-Banner einholen. Prüfen Sie deshalb, welche Bausteine Ihre Seite tatsächlich lädt, und schalten Sie ab, was Sie nicht brauchen.

Wollen Sie später einen Newsletter versenden, gelten dafür eigene Regeln zur Einwilligung. Wie Sie das sauber lösen, steht in unserem Beitrag zum DSGVO-konformen Newsletter-Tool.

Lock-in: Kommen Sie wieder raus?

Das ist der Punkt, den fast niemand vor dem Kauf bedenkt. Bei Wix und Jimdo bauen Sie Ihre Seite in einem geschlossenen System. Sie können Texte und Bilder herunterladen, aber nicht die fertige Seite mitsamt Design zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Ein Umzug bedeutet in der Regel: bei null neu aufbauen. Squarespace bietet immerhin einen Export von Seiten und Blogbeiträgen in ein WordPress-Format an, das Design bleibt jedoch ebenfalls zurück. Selbst gehostetes WordPress ist hier am offensten, dort gehören Ihnen Dateien und Datenbank vollständig.

Zwei Dinge lassen sich immer retten, wenn Sie es von Anfang an richtig anlegen: Ihre Domain (die ziehen Sie mit dem Auth-Code um) und Ihre Inhalte, wenn Sie Texte und Bilder ohnehin separat gesichert haben. Halten Sie daher eine einfache Regel ein: Schreiben Sie Ihre Texte zuerst in einem Dokument und laden Sie Fotos in Originalgröße bei sich ab. Dann steckt Ihr Wissen nicht allein im Baukasten.

Und die ehrlichste Frage zum Schluss: Brauchen Sie überhaupt schon eine eigene Website? Wenn Sie regional gefunden werden wollen, bringt ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil oft mehr Kundschaft als eine hastig gebaute Seite, und es kostet nichts. Für den lokalen Handwerker, den Friseur oder das Café kann das der bessere erste Schritt sein. Wie Sie das Profil einrichten, zeigt der Beitrag Google-Unternehmensprofil optimieren. Die eigene Website ergänzen Sie dann in Ruhe, wenn die Inhalte stehen.

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vicube ist unabhängig und erhält für Empfehlungen kein Geld. Preise und Funktionen können sich ändern, prüfen Sie vor dem Kauf die Anbieterseite.


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